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Alkohol am Arbeitsplatz - was tun, wenn der Kollege trinkt?

Alkoholismus kann zu Recht als wahre Volkskrankheit gelten. So schätzen Experten, dass etwa 20 Prozent aller Arbeitnehmer alkoholkrank sind und zehn Prozent zumindest Gefahr laufen, selbst süchtig zu werden.

Was tun,
 
 
 
 
  wenn der Kollege trinkt - Alkohol am Arbeitsplatz

Obwohl Alkohol am Arbeitsplatz beileibe kein Kavaliersdelikt ist, scheuen viele Kollegen davor zurück, den Betroffenen direkt auf seine Sucht anzusprechen – selbst wenn die Alkoholfahne meterweit zu riechen ist.

Oft decken sie ihn sogar, bügeln seine Fehler aus und erledigen einen Teil seiner Arbeit mit der Folge, dass sie irgendwann Frust auf den Kollegen schieben.

Vorgesetzte und Chefs sollten rasch reagieren, wenn sie von einem Mitarbeiter mit einem Alkoholproblem erfahren, schließlich ist auch der Arbeitsschutz gefährdet. Doch es bringt nichts, den Mitarbeiter lediglich auf sein offensichtliches Problem anzusprechen, denn oft steckt eine viel tiefer gehende Problematik dahinter.
 

Woran lässt sich erkennen, dass ein Kollege trinkt?

Wenn der Kollege morgens bereits mit einer Alkoholfahne am Arbeitsplatz erscheint, dürfte er wahrscheinlich schon tief in die Sucht hineingerutscht sein. Denn wer Alkohol braucht, um überhaupt arbeiten zu können, hat nach Meinung vieler Experten bereits ein massives Problem.

Weitere Anzeichen für ein Alkoholproblem sind:

  • ein zunehmend ungepflegtes Erscheinungsbild,
  • in der Arbeit schleichen sich immer mehr Fehler ein,
  • der Kollege klagt zunehmend über körperliche Beschwerden wie Kreislauf- und Blutdruckprobleme oder unerklärlich starkes Schwitzen.
  • Zudem nimmt die Zahl an kurzfristigen Fehltagen zu, vor allem zu Beginn der Arbeitswoche.
  • Verlässt der Kollege darüber hinaus seinen Arbeitsplatz des Öfteren oder in regelmäßigen Abständen ohne Grund, deutet das massiv darauf hin, dass er heimlich trinkt, also Alkohol am Arbeitsplatz im Spiel ist.

Und genau das kann den Arbeitsschutz gefährden, beispielsweise, wenn der Kollege mit elektronischen Geräten oder schweren Werkzeugen arbeitet. In diesem Fall gefährdet er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Arbeitskollegen.
 

Wie sollen die Kollegen damit umgehen?

Gänzlich falsch wäre es, den Kollegen nur auf sein Problem anzusprechen. Der Grund: Viele Betroffene nutzen Alkohol als Mittel, um andere Probleme wie etwa Angstzustände oder Depressionen zu bekämpfen.

Allerdings stehen viele Kollegen vor dem Problem, dass sie nicht wissen, wie sie das Thema Alkohol am Arbeitsplatz angehen sollten, weshalb sie erst einmal nichts tun. Doch je früher sie ihren Kollegen auf seine Problematik ansprechen, umso einfacher ist es auch, dass dieser sein eigentliches Problem angehen und sein Leben ändern wird.

Wer einen guten Draht zum Kollegen hat, kann ihn in einem geeigneten Augenblick auf seine Sucht ansprechen. Ist das Verhältnis eher distanziert, können auch Kollegen, Familienangehörige und eventuell ein gemeinsamer Arzt mit einbezogen werden. Denn um seinen Lebensstil zu ändern, muss den Alkoholkranken eine Person ansprechen, zu der ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht.

Nicht nur Betroffene, sondern auch die Kollegen und Angehörigen benötigen Rat und Hilfe. Auf der Website des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kann man nach einer Suchtberatung beim Kreisverband vor Ort suchen – einfach die Postleitzahl eintragen.
 

Wie sollten die Chefs reagieren?

Beim Thema Alkohol am Arbeitsplatz spielt der direkte Vorgesetzte eine sehr wichtige Rolle. Er sollte zunächst einmal das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. Im Erstgespräch sollte der Vorgesetzte Hilfestellung geben, etwa den Suchtkranken auf die Suchtberatung hinweisen und innerhalb einer bestimmten Frist eine Verhaltensänderung einfordern.

In mehreren zeitnahen Gesprächen werden weitere Möglichkeiten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, aufgezeigt. Sollte der Betroffene keine Einsicht zeigen, bleibt dem Chef schließlich nur noch die Möglichkeit, eine professionelle Therapie einzufordern oder weitere arbeitsrechtliche Schritte wie eine Abmahnung oder Kündigung einzuleiten – auch zum Schutz seiner anderen Mitarbeiter.

Auch Chefs können sich umfänglich informieren und Unterstützung holen. Hier haben wir drei Beispiele aufgelistet:

 

 

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